Verfahren zur Sicherung/Sanierung kontaminierter Standorte
Vertikale Abschirmung
Es handelt sich um eine Isolationsmaßnahme, bei der ein vertikales Element normalerweise bis zur Sohle des Aquifers eingebunden wird. Hierdurch wird eine Unterbrechung des Emissionspfades erreicht. Die Sohle des Aquifers sollte eine stauende oder zumindest stark hemmende Funktion aufweisen.
Eine grundwasserdichte Barriere kann über einen Bodenaustausch erreicht werden, in dem ein mit Dichtwandmasse zu verfüllender Raum durch Verdrängung oder Aushub geschaffen wird. Diese im Untergrund scharf abgegrenzten Dichtwände werden ...
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Spundwände
Spundwände setzen sich aus aneinandergereihten Stahlbolen zusammen, die im Rammverfahren in den Boden eingebracht werden. Eine Verbindung der einzelnen Bohlen wird durch spezielle Schlösser erreicht. Als Dichtungen werden in der Regel profilierte Dichtungen (Lippendichtungen) aus dauerhaft elastischem Polyurethan verwendet. Spundwände sind insbesondere bei größeren Mächtigkeiten von oberflächennah anstehenden weichen Bodenschichten von Vorteil und können bis in Tiefen von bis zu ca. 15 m eingesetzt werden.
Für besonders aggressive Schadstoffe sind spezielle Beschichtungen der Spundbohlen zur Verhinderung von Korrosion möglich.
Schmalwände
Schmalwände sind Dichtungswände von 8-15 cm Dicke und Tiefen von bis zu 23 m. Sie werden durch aneinander gereihtes überlagerndes Einrütteln / Rammen und Ziehen einer speziellen Stahlbohle mit I-Profil nahezu ohne Bodenaushub erstellt. Die durch die Bohle entstehenden Hohlräume werden gleichzeitig vom Fuß der Bohle ausgehend über eine Verpressleitung mit Dichtungsmaterial verfüllt. Das Abteufen der Stahlbohle erfolgt in einem so genannten Vorlaufgraben (0,5-1,0 m), der mit der Schmalwandmasse gefüllt ist. Die Schmalwand kann auch mittels Hochdruckspülung hergestellt werden. Die Wanddicke beträgt dann 15-25 cm.
Als Schmalwandmasse wird zumeist eine Bentonit-Zement-Suspension mit Zugabe von Steinmehl verwendet. Je nach Zusammensetzung der Dichtmasse sowie der Porengeometrie und Porenkanalweite kann die Suspension das umgebende Erdreich penetrieren und weitgehend abdichten. Da die Schmalwand im Vergleich zu anderen Dichtwänden nur eine geringe Dicke aufweist, muss ...
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Schlitzwände
Im Gegensatz zur gerüttelten Schmalwand wird bei der Erstellung von Dichtwänden im Schlitzwandverfahren die Schaffung des Raumes für die Dichtwandmasse nicht durch Verdrängung des Untergrundes, sondern durch Aushub mit Greifern oder Fräsen erzielt. Dabei werden zwischen zuvor errichteten parallel angeordneten Leitwänden 3 bis 6 m lange und 60 bis 80 cm breite Anfängerlamellen ausgehoben. Die Stützung des Schlitzes im nicht frei standfesten Boden wird durch eine meist aus Bentonit bestehende Tonsuspension erreicht.
Die Fertigstellung der Schlitzlamelle erfolgt durch Einbringen der Dichtwandmasse im Kontraktorverfahren über Schüttrohre von unten nach oben unter sukzessiver Verdrängung der Stützsuspension. Diese kann nach Prüfung und Aufbereitung erneut genutzt werden. Zeitversetzt nach erfolgter Verfestigung der Anfängerlamellen, werden die Schließerlamellen in den Zwischenräumen nach gleichem Verfahren erstellt. Durch einen Überschnitt der Lamellen von ca. 30 cm entsteht eine fortlaufende Dichtwand.
Als Dichtwandmasse wird eine später in der Lamelle erhärtende Suspension aus Tonmehl, Bindemittel, Wasser und anderen mineralischen Füllstoffen verwendet.
Je nach Einbringung der Dichtwandmasse wird zwischen Einphasen- und Zweiphasen-Dichtwänden unterschieden. Wie bereits erwähnt, wird bei dem Zweiphasenverfahren ...
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Gerammte Schlitzwand
Bei der gerammten Schlitzwand wird der Boden durch Einrammen eines unten geschlossenen Hohlkastens verdrängt. Der Kasten besteht aus Stahlspundbohlen und wird unten mit einer Stahlplatte wasserdicht verschlossen. Nachdem der Kasten auf die erforderliche Tiefe gerammt wurde, wird das nächste Kastenprofil in Schlössern geführt eingebracht. Die Hohlkästen werden mit Dichtungsmasse gefüllt, so dass sich die Bodenplatte unter dem Gewicht der Füllmasse löst.
Hinsichtlich der Zusammensetzung der Dichtwandmasse entspricht das Verfahren dem Zweiphasensystem, wobei die erste Stützung der Erdwände nicht durch eine Suspension, sondern durch die Stahlkästen erfolgt. Die Kästen werden bei gleichzeitiger Verdichtung der Füllmasse wieder gezogen. Es findet keine ...
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Schlitzwand-Kombinationsabdichtung
Bei der Kombinationsdichtwand werden in Einmassen-Schlitzwände bei noch nicht vollständig abgebundener Dichtwandmasse flächige Dichtungselemente eingestellt. Diese können aus Kunststoffdichtungsbahnen, Spundbohlen oder Glaselementen bestehen. Durch geeignete Materialzusammenstellung lassen sich die Dichtigkeit wie auch die Langzeitbeständigkeit des gesamten Abdichtungssystems erhöhen.
Kunststoffdichtungsbahnen werden durch spezielle Einbauvorrichtungen (z.B. Rahmen oder Trommeln) abgesenkt, während Spundbohlen, Stahlbetonelemente und Glaselemente durch ihr Eigengewicht die Scherkräfte der Dichtwandmassen überwinden. Spundbohlen und Stahlbetonelemente werden eingesetzt, wenn die Dichtwand auch statische Aufgaben übernehmen soll. Dient die Dichtwand nur der Einkapselung, so werden überwiegend Kunststoffbahnen in die Schlitzwand eingebracht. Die Verbindung der Elemente erfolgt durch ineinander greifende Schlossprofile, die ...
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Injektionswand (Jet-Grouting, Soilcrete)
Für die Herstellung einer Injektionswand wird Zement oder Silicagel mit sog. Injektionslanzen in den Boden injiziert. Das auch als Jet-Grouting oder Soilcrete bekannte Verfahren ist ein Düsenstrahlverfahren, das mittels einer oder mehrerer Flüssigkeitsstrahlen den anstehenden Boden in seiner Struktur auflöst und in Suspension bringt. Die nicht vom Boden aufgenommene oder in Hohlräume abfließende Menge stiegt über den Bohrlochringraum and die Geländeoberkante und wird abgeführt. Dieses Verfahren wird häufiger aus bautechnischen Gründen und seltener zur Altlastensicherung eingesetzt.
Dichtwände, die mit dem Soilcrete-Verfahren hergestellt werden, bestehen aus überschnittenen Soilcrete-Säulenreihen sowie Soilcrete-Lamellen und werden aus ...
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